*1. Februar 1925, †7. Februar 2024

Wir gedenken Alfred Grosser

8. Februar 2024, von Jens-Ekkehard Bernerth

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Der deutsch-französische Historiker, Publizist, Soziologe und Politologe Alfred Grosser ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Er war Namensgeber der "Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung", die von der Stiftung gefördert wurde.

Grosser wurde 1925 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt geboren. 1933 emigrierte er mit seiner Familie nach Frankreich. Dort studierte er und lehrte nach dem Weltkrieg am Institut d’études politiques in Paris. Zeit seines Lebens war ihm die deutsch-französische Verständigung und Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg ein Anliegen, Grosser gilt als einer der intellektuellen Wegbereiter im Vorfeld des Élysée-Vertrags.  Bei zahlreichen Anlässen hat er die Beziehung der beiden Nachbarländer gefestigt.

2009 wurde auf Anregung der Deutsch-Französischen Gesellschaft und mit Unterstützung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft das "Internationale Programm Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung" am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt ins Leben gerufen. Alfred Grosser eröffnete die Gastprofessur persönlich mit drei Vorlesungen zum Thema "Bürgergesellschaft und Demokratie in Deutschland und Frankreich".

Die Professur hat einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Forschung und des öffentlichen Diskurses über Bürgergesellschaft und Demokratie in Frankfurt geleistet. Dazu wurde jährlich eine Gastprofessorin oder ein Gastprofessor bestimmt, der einen Semestereröffnungsvortrag sowie einen stadtöffentlichen Vortrag hielt. Zuletzt hatte Prof. Dr. phil. Nenad Stojanović die Gastprofessur inne, er referierte zum Thema "Direkte Demokratie gegen Populismus?".

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft spricht der Familie von Alfred Grosser und allen, die von seinem Verlust betroffen sind, ihre aufrichtige Anteilnahme aus. Wir werden seinen Namen, sein Werk und sein Wirken in allen Ehren halten.