Schülerforum zu Demokratie und Verfassung

Junge Paulskirche

Das Programm Junge Paulskirche richtet sich an debattierfreudige und politikinteressierte Frankfurter Oberstufenschülerinnen und -schüler. Im neunmonatigen "Schülerforum zu Demokratie und Verfassung" diskutieren sie einmal pro Monat in insgesamt fünf Debatten über aktuelle Themen und erhalten von Expertinnen und Experten wertvolle Impulse. Die Junge Paulskirche versteht sich als ein Forum, um komplexen Fragestellungen auf den Grund zu gehen und sich im Austausch von Argumenten, im Perspektivwechsel und in Konsensfindung zu erproben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden so zu Botschaftern gelebter Demokratie.

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Ein Demokratiebildungsprogramm der Stiftung Polytechnische Gesellschaft in Zusammenarbeit mit den Politiksprechern der Agenten der gepflegten Debatte gGmbH

 

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Jahrgänge

Abschlussfahrt u. a. nach

Berlin, Bonn, Karlsruhe, Straßburg oder Luxemburg

Das Programm auf einen Blick

Im Folgenden stellen wir die Junge Paulskirche vor. Wenn du Interesse an einer Teilnahme hast, prüfe bitte erst, ob die Kriterien auf dich zutreffen und nimm danach Kontakt zu deiner PoWi-Lehrkraft oder zur Fachbereichsleitung II auf. Hier bekommst du den Bewerbungsbogen. Deine Schule kann für das Projekt bis zu drei Schülerinnen und Schüler vorschlagen.

Wer kann mitmachen?

Die Junge Paulskirche richtet sich an Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Frankfurter Oberschulen, die idealerweise nicht im Abiturjahrgang sind. Du solltest dich für politische und aktuelle Themen interessieren und gern über komplexe Sachverhalte wie beispielsweise Grundrechtskonflikte, die Einführung eines Pflichtjahres oder Grenzen der Kunstfreiheit diskutieren. Du solltest engagiert, neugierig, offen und bereit sein, Dich über einen Zeitraum von rund neun Monaten in das Programm zeitlich einzubringen.

Was wird geboten?

Nach dem Auftakt nimmst du an fünf sogenannten "Paulskirchendebatten" teil, begleitet von namhaften Expertinnen und Experten und betreut von Marcus Kiesel und Helge Eikelmann. Die Abschlussveranstaltung findet in der Paulskirche statt, einem der bedeutendsten Orte der deutschen Demokratiegeschichte. Danach geht es auf eine zweitägige Abschlussfahrt, beispielsweise nach Berlin, Straßburg oder Luxemburg. Dort besuchst Du interessante Institutionen und kommst mit Praktikern, Politikern oder Experten ins Gespräch.

Wie läuft es ab?

In jeden Jahrgang werden 18 Jugendliche aus ganz verschiedenen Frankfurter Schulen aufgenommen. Bei den Debatten wird die Gruppe der Teilnehmenden in zwei feste Teams aufgeteilt, Team Marcus und Team Helge. Wichtig ist, dass bei jeder Debatte eine zugewiesene Perspektive eingenommen wird, die nicht notwendigerweise der eigenen Meinung entspricht – das übt im Perspektivwechsel und trägt dazu bei, dass du dich mit komplexen Themen auseinandersetzt. Im Vorfeld der Debatte wird in der Gruppe die Argumentation für die jeweilige Position recherchiert und die Debattierstrategie festgelegt. Während der Diskussion geben Expertinnen und Experten wertvolle Hinweise und Einblicke. Am Ende geht es darum, eine gemeinsame Ebene, einen Konsens zu finden.

Austausch mit Gleichgesinnten

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jungen Paulskirche kommen aus verschiedenen Frankfurter Oberschulen. Du hast also die Gelegenheit, neue Leute mit ähnlichen Interessen kennenzulernen, dich mit ihnen auszutauschen und dein Netzwerk zu erweitern. Nach dem Programm wirst du in das Alumni-Netzwerk der Stiftung aufgenommen und bleibst so, wenn du das möchtest, im Kontakt zur Stiftung mit ihren interessanten Angeboten und Veranstaltungen.

Persönliche Weiterentwicklung

Durch die Teilnahme am Programm kannst du viel über dich selbst lernen und gleichzeitig deine Fähigkeiten erweitern: Wie du selbstbewusst in einer Debatte einen Standpunkt vertrittst, der nicht unbedingt deiner persönlichen Meinung entsprechen muss, wie du in der Gruppe einen Konsens findest und wie du komplexen Sachverhalten offen und differenziert begegnest. Die Themen der Debatten haben stets einen aktuellen gesellschaftlichen Bezug und erweitern dein Wissen.

Memorandum und Abschlussveranstaltung

Der Verlauf und die Ergebnisse der fünf Paulskirchendebatten werden im sogenannten "Memorandum" festgehalten. Dabei handelt es sich um eine wertige Publikation, die bei der Abschlussveranstaltung vorgestellt wird. Die Abschlussveranstaltung findet rund um den Jahrestag des Grundgesetzes am 23. Mai in der Paulskirche statt. Das Bühnenprogramm wird vom jeweiligen Jahrgang gestaltet; es werden alle Frankfurter Oberschulen zu der Veranstaltung eingeladen.

»Wir müssen unsere Zukunft mitprägen!« Amin Tarazzit, Schüler Anlässlich der Veranstaltung »70 Jahre Deutsches Grundgesetz« am 23. Mai 2019 in der Paulskirche

Das Memorandum

Das ist das Memorandum des Jahrgangs 2023/2024 der Jungen Paulskirche. Übergeben am 23. Mai an Christian Heinz, Hessischer Minister der Justiz und für den Rechtsstaat.

Zum Memorandum (PDF)

Das Programm des Jahrgangs 2023/2024

13. Dezember 2023 (MI): Paulskirchendebatte I

18.00 – 21.00 Uhr, Stiftungsgebäude

Thema: Unabhängigkeit der Justiz – Müssen Bundesrichter und Staatsanwaltschaft entpolitisiert werden?

„Court packing“, also die politische Besetzung oder Zusammenstellung oberster Gerichtshöfe, ist in Polen, den USA und anderen Orten höchst umstrittene Praxis. Die Unabhängigkeit der Richter und Gerichte stehe auf dem Spiel, heißt es. Aber auch deutsche Bundesrichter werden politisch gewählt, parteiinterne Absprachen sind üblich. Gleichzeitig sind Staatsanwaltschaften weisungsgebunden an Justizministerien. Müssen wir Justiz und Politik stärker trennen?

18. Januar 2024 (DO): Paulskirchendebatte II

18.00 – 21.00 Uhr, Stiftungsgebäude

Thema: Extremismus in der Exekutive – Müssen wir Polizei und Sicherheitskräfte stärker überwachen?

Rechtsextreme Chatgruppen, Diskriminierungsvorwürfe, Probleme im Verfassungsschutz: Polizei und Sicherheitsorganen muss man im Rechtsstaat vertrauen können. Wie können wir sicherstellen, dass das Gewaltmonopol in den Händen von Demokraten liegt? Wann müssen problematische Einstellungen zu Konsequenzen führen? Und: Wie attraktiv ist der Polizistenberuf, wenn Misstrauen und Überwachung Teil des Alltags werden? Ein wichtiger Aspekt der Debatte: Welche Instrumente darf ein demokratischer Staat verwenden, um sich gegen Extremisten von innen und außen zu schützen?

15. Februar 2024 (DO): Paulskirchendebatte III

18.00 – 21.00 Uhr, Stiftungsgebäude

Thema: Korruption – Müssen wir Politik, Lobby und Privatwirtschaft strikter trennen?

Begriffe wie Korruption oder Lobbyismus werden oft ungenau oder missbräuchlich verwendet. Tatsächlich ist Deutschland in internationalen Rankings zur Bekämpfung von politischer Korruption regelmäßig auf den Spitzenplätzen. Dennoch: Immer wieder gibt es Vorwürfe von Einflussnahme, politischem Missbrauch und zu engen Verknüpfungen zwischen Politik und Privatwirtschaft. Brauchen wir eine stärkere Trennung beider Sphären? Wie kontrolliert bzw. verhindert man Korruption? Und wer entscheidet, welcher Einfluss auf Politik zulässig, notwendig oder schädlich ist?

14. März 2024 (DO): Paulskirchendebatte IV

18.00 – 21.00 Uhr, Stiftungsgebäude

Thema: Politische Vereinnahmung – Müssen wir ausländischen Einfluss z.B. auf religiöse Organisationen verbieten?

Die Vorwürfe der Einflussnahme im türkischen Präsidentschaftswahlkampf und die Medien-manipulation russischer Akteure im Ukraine-Krieg sind aktuelle Beispiele, wie sich Entwicklungen im Ausland auch auf Politik in Deutschland niederschlagen. Gleichzeitig wird der Vorwurf der Illoyalität von nationalistischen Stimmen verwendet, um andere Religions-gemeinschaften und migrantische Interessenverbände zu diskreditieren. Wenn beides zwei Seiten derselben Medaille sind: Wie können wir zwischen problematischer Manipulation und berechtigter Kulturbeziehung trennen? Und wie wehrt sich der Rechtsstaat effektiv gegen Angriffe auf die Demokratie von außen?

17. April 2024 (MI): Paulskirchendebatte V

18.00 – 21.00 Uhr, Stiftungsgebäude

Thema: Effektivität und Effizienz – Ist unser Justizsystem noch fair, angemessen und zeitgemäß?

Rechtsprechung in der Praxis ist viel Kritik ausgesetzt: überlange Verfahren, Personal- und Ausstattungsmangel, gewaltige Defizite in der Digitalisierung. Während die Justiz zum Beispiel bei der Verfolgung von Straftaten im Netz oder dem Einführen von Sammelklagen vor großen Herausforderungen steht, sorgen Richtermangel und immer komplexere Rechtslagen für überlastete Gerichte und enttäuschte Bürger. Welche Maßnahmen sind erforderlich, um Vertrauen in die Justiz zu gewährleisten? Wie übersetzt man traditionelle Verfahren in das digitale Zeitalter? Und wie fair ist das Justizsystem in Deutschland aktuell?

Interesse an der Jungen Paulskirche?

Dann wenden Sie sich direkt an unsere Ansprechpartnerin.

Katharina Kanold Projektleiterin
Demokratiebildung
069 - 789 889 - 20
kanold@sptg.de

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