Förderengagement

LEA: Projekte zur Linderung von Einsam­keit im Alter

Förderung ausgewählter Projekte (ggf. anteilig) mit Beträgen in Höhe zwischen 7.500 bis maximal 20.000 Euro.

Symbolbild für Einsamkeit im Alter. Im Vordergrund ist ein alter Mann in brauner Jacke allein auf einer Bank zu sehen, den Blick gesenkt. Im Hintergrund steht eine Gruppe Menschen vor einem Geschäft zusammen.

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In Frankfurt am Main leben nach Angaben des Hessischen Statistischen Landesamts 53 Prozent der Menschen allein. Mit zunehmendem Alter steigt aus vielfältigen Gründen die Zahl der Einpersonenhaushalte. Vor allem bei älteren Menschen ist Einsamkeit ein drängendes und weit verbreitetes Problem, das auf Betroffene sowohl sozial als auch gesundheitlich negative Auswirkungen hat, die in nicht wenigen Fällen – gerade in Zeiten zunehmender Teuerungen – durch Altersarmut noch verstärkt werden.

Um zur Linderung von Einsamkeit im Alter in Frankfurt am Main beizutragen, sucht die gemeinnützige Stiftung Kooperationspartner, die beispielsweise in Form eines Pilotprojekts neue Ansätze zur Unterstützung einsamer, lebensälterer Menschen in der Stadt Frankfurt erproben wollen. In Frankfurt gibt es bereits zahlreiche niedrigschwellige Angebote für die Zielgruppe. Vielen älteren Menschen sind diese Angebote jedoch nicht bekannt oder es fällt ihnen schwer, sie eigenständig aufzusuchen. Berücksichtigt werden daher auch innovative Vorschläge von Einrichtungen, die ihre Ressourcen trägerübergreifend bündeln und gemeinsame Projekte entwickeln möchten, die sie in die Kooperation mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft einbringen, um einen Brückenschlag zur Erschließung der bestehenden Anlaufstellen und Angebote zu ermöglichen.

Gegebenenfalls können eingereichte Projektideen zudem in Absprache mit den Trägern gemeinsam weiterentwickelt werden. Bewährte Ansätze können dabei einbezogen oder fortgeführt werden. So können bereits bestehende Angebote weiterentwickelt, im Sozialraum Frankfurt ausgeweitet oder um neue, möglichst innovative Module ergänzt werden. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft wird ausgewählte Projekte (ggf. anteilig) finanziell fördern. Pro Projekt werden zwischen 7.500 bis maximal 20.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die angestrebte Zusammenarbeit zielt nicht ausschließlich auf eine finanzielle Förderung bereits bestehender Projekte ab. Vielmehr möchte die Stiftung innovative Vorhaben ermöglichen, die ohne ihre Unterstützung nicht zustande kämen und eine bestehende Lücke füllen. Darüber hinaus wird - wo es sinnvoll ist - für die Zusammenarbeit das Stipendiaten- und Alumni-Netzwerk der Stiftung für generationenübergreifenden Austausch zu Themen wie digitale Teilhabe im Alter und zu kulturellen Angeboten aktiviert werden.

»Wir möchten älteren Menschen, die sich ins Private zurückgezogen haben, wieder Brücken in die Gesellschaft bauen und so ihre soziale und kulturelle Teilhabe stärken.« Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft

Folgende Projekte werden 2026/2027 unterstützt:

Billabong Familienzentrum Riedberg e. V.

Gemeinsam am Tisch - für Menschen ab 65 Jahren

-     Monatliche Treffen an Samstagen: Bei gemeinsamem Kochen und gutem Essen verbringen Menschen aus dem Stadtteil gemeinsam Zeit und kommen in gemütlicher Atmosphäre ins Gespräch.

  • Zeitrahmen jeweils 10 – 14 Uhr (10 – 12 Uhr gemeinsames Kochen, dann gemeinsames Essen).
  • Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

https://www.billabong-family.de/angebote

Evangelischer Regionalverband Frankfurt und Offenbach für das Evangelische Familienzentrum Regenbogen am Bügel

Spiel- und Erzähltreff: Gemeinsam Erinnerungen teilen

Weiterentwicklung des Spieletreffs aus der ersten LEA-Staffel. Der Fokus liegt nun auf Spielen, die gezielt den biografischen und generationenübergreifenden Austausch fördern.

https://www.familienbildung-ffm-of.de/standorte-1/frankfurt-nieder-eschbach/bonames-1

Fachzentrum Trauerseelsorge St. Michael / Bistum Limburg

Qualifizierung und Begleitung des Präsenzdienstes in der Begräbniskirche St. Michael

Kampagne zur Gewinnung und Schulung der Ehrenamtlichen. Im Nordend entsteht die erste Begräbniskirche für Urnen in Hessen. Die Kirche ist nicht nur als Urnenfriedhof konzipiert, sondern auch als Ort der Begegnung. Für diese Kirche in ihrer neuen Nutzung soll ein Präsenzdienst aufgebaut werden, der vor Ort Bereitschaft zum Zuhören bietet, aber auch als Lotse in weitere Frankfurter Begleitungsangebote in verschiedenen Lebenslagen fungiert.

Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e. V. Zusammen mit Quartiersmanagement Sindlingen und Sozialrathaus Höchst

Sindlinger Spaziergang

Entspannte Spaziergänge in netter Gesellschaft: gemeinsames Spazierengehen, Gespräche, Entdecken bekannter und neuer Wege – einfach dabei sein. Wöchentliche Termine (immer mittwochs ab 10.30 Uhr); keine Anmeldung nötig, Teilnahme kostenlos

https://frankfurter-plattform-55plus.de/angebot/sindlinger-spaziergang/

 

Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e. V.

Nachbarschaftskreise – Wohnen und Leben im Alter

Wohnen im Alter ist eine Schlüsselfrage. Das Angebot richtet sich an Menschen ab 55, die sich aktiv mit dem Älterwerden auseinandersetzen:

  • Gesprächskreise in drei Frankfurter Wohnprojekten zum gemeinschaftlichen Wohnen in der dritten Lebensphase.
  • Qualifizierte Bewohner wirken als Lotsen und initiieren die Gesprächskreise.
Stadtbücherei Frankfurt am Main

Treffpunkt Zentralbibliothek … Eine interaktive Veranstaltungs-reihe für Senior*innen

Die Stadtbücherei versteht sich auch als Treffpunkt in der Stadt mit gezielten (und neuen) Angeboten für ältere Menschen.

Beispiele: Spielevormittag, Bibliotheksquiz, Filmvorführungen, Autorenlesungen, Sachbuch-Leseclub, Workshops.

https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/stadtbuecherei/veranstaltungen

Senckenberg Naturmuseum

Fortsetzung des Museumscafés

  • Regelmäßiges Café-Format in der Aha!-Forschungswerkstatt
  • Gespräch, fachliche Impulse, Ausstellungsbesuche und Austausch

https://museumfrankfurt.senckenberg.de/de/programm/projekte/museumscafe/

In der ersten Ausschreibung 2024/25 wurden folgende Projekte unterstützt:

Malteser Hilfsdienst e. V.

Besucher auf 4 Pfoten – Der Besuchs- und Begleitdienst mit Hund

Besucher auf 4 Pfoten – Der Besuchs- und Begleitdienst mit Hund ist ein innovativer Begleitdienst mit Hund, bei dem geschulte ehrenamtliche Betreuer zusammen mit ausgebildeten Besuchshunden vor allem ältere Menschen aufsuchen, die ihr Zuhause nur selten verlassen. Durch den Kontakt mit Hunden werden sie sozial und emotional erreicht, die Mobilität wird durch das Spazierengehen gefördert, gleichzeitig wird der Alltag bereichert. Drei Teams werden regelmäßig in Pflegeeinrichtungen und Privathaushalten im Stadtgebiet unterwegs sein, um den Kontakt der älteren Menschen zur Außenwelt zu fördern und Isolation zu verringern. Die Besuchshunde können auch Einrichtungen wie Kindergärten, das Demenz-Café oder Seniorenheime besuchen.

Landessportbund Hessen e. V

Alltags-Fitness-Test (AFT) – Selbstbestimmt im Alter

Das Projekt Alltags-Fitness-Test (AFT) - Selbstbestimmt im Alter fördert körperliche Fitness und soziale Teilhabe. Mit zunehmender Lebenserwartung sollte die eigene physische Verfassung im Auge behalten werden, um körperliche Schwächen frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Durch einen wissenschaftlich evaluierten Fitness-Test für Senioren ab ca. 60 Jahren wird eine Prognose möglich, inwieweit sie im Alter von ca. 80 Jahren ihren Alltag noch eigenständig bewältigen können und wie fit sie im Vergleich zu gleichaltrigen Personen sind. Im Nachgang können die Senioren ihre Alltagsfitness in einem speziellen Kurs eines wohnortnahen Vereins gezielt verbessern. Der Test wurde u. a. bereits erfolgreich in Frankfurt-Sachsenhausen erprobt. Nun soll das Programm in vier weiteren Stadtteilen an Seniorenbegegnungsstätten weitergeführt werden. Während der Testung lernen die Teilnehmer auch weitere Angebote sportlicher und kultureller Natur in ihrem Stadtteil kennen.

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Museums-Café – Begegnen, Entdecken und Erinnern

Museen sind nicht nur Orte der Sammlung, Forschung und Vermittlung, sondern auch Begegnungsräume. Das Senckenberg Naturmuseum möchte diesen Raum in Form des Museums-Cafés gezielt für ältere Menschen öffnen. An Scout-Stationen im Stadtraum werden ältere Menschen persönlich in ein monatliches Museumscafé im Senckenberg Museum eingeladen. Dort erwarten sie kostenlose Führungen, Naturerlebnisse und Gespräche zu Erinnerungen und Exponaten, immer in Verbindung mit Gelegenheit zum Austausch bei Kaffee und Kuchen. In der barrierefreien Aha?! Forschungswerkstatt wird durch den Kontakt mit jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch ein intergenerationaler Dialog ermöglicht.

Evangelisches Familienzentrum

Gemeinschaft durch Spiele: Eine Ludothek für den Ben-Gurion-Ring

Das Evangelische Familienzentrum Regenbogen Am Bügel richtet eine Ludothek nach Schweizer Vorbild ein – einen öffentlichen Raum für Gesellschaftsspiele und deren Ausleihe. Vor Ort wird eine differenzierte Spielesammlung mit über 300 Spielen aufgebaut. Für Menschen mit Sehbehinderung haptische Spiele, die über das Tasten und Anfassen funktionieren. So entsteht ein neuer Treffpunkt im Stadtteil. Gemeinsames Spielen ist nicht nur kognitiv anregend und kommunikativ, sondern fördert auch den Zusammenhalt zwischen Menschen unterschiedlicher Altersgruppen. Lotsen laden gezielt ältere Menschen in die Ludothek ein und organisieren dort Veranstaltungen. Kuratiert wurde die Auswahl gemeinsam mit dem Frankfurter Spielwarengeschäft Meder. Seit November 2024 gibt es am Ben-Gurion-Ring bereits jeden Freitag ein offenes Spielangebot "mit Kaffee, Kuchen und guter Gesellschaft", das kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich ist. Durch die Eröffnung der Ludothek können Spiele nun erstmals mit nach Hause genommen werden, die sich auch für bis zu 14 Tage kostenlos ausgeliehen werden können.„vor allem diejenigen erreichen, die sich nicht so leicht damit tun, an neue Orte zu gehen, und dort Menschen zu treffen, die sie noch nicht kennen.  Im neuen Treffpunkt für Jung und Alt geht es darum, "zusammen zu kommen, eine schöne Zeit miteinander zu haben, Freundschaften zu knüpfen“.

Familienzentrum im Westend / Jüdische Gemeinde Frankfurt K. d. Ö. R.

Zurück ins Miteinander

Das Mehrgenerationencafé im Altenzentrum der Jüdischen Gemeinde fördert Begegnungen zwischen Jung und Alt. Das Café ist für Familien, Nachbarn und Bewohner des Altenheims zugänglich. Weitere Module umfassen u. a. das Frühstückstreffen "Treffpunkt@Babytreff", das generationsübergreifende Begegnungen zwischen Familien und älteren Menschen ermöglicht. Dank der Förderung können die Angebote intensiviert werden. Ein weiteres Modul sind u.a. regelmäßige Frühstückstreffen "Treffpunkt @Babytreff", in Kooperation mit dem Treffpunkt für Shoah Überlebende (ZWST), das generationsübergreifende Begegnungen zwischen Familien und älteren Menschen ermöglicht.

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Dr. Katharina Uhsadel Bereichsleiterin
Kulturelle Bildung und
Soziales, Humanitäres, Karitatives
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