Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und die KfW Stiftung arbeiten künftig im Programm "Demokratie. Machen!" zusammen, um Demokratiebildung an Real- und Berufsschulen in Frankfurt am Main auszubauen. Ziel des Programms ist, jungen Menschen zeitgemäße Zugänge zu demokratischen Werten zu eröffnen und Lehrkräfte mit praxisnahen Impulsen für ihren Unterricht zu unterstützen.
Die gemeinsame Initiative richtet sich an Schülerinnen und Schüler in einer entscheidenden Lebensphase zwischen Schule, Ausbildung und Beruf. Real- und Berufsschulen sprechen dabei besonders heterogene Zielgruppen an, in denen demokratische Haltungen nachhaltig gestärkt werden können.
Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, betont die Bedeutung dieses Ansatzes: "Wir müssen die Breite unseres deutschen Schulsystems sehen, daher haben wir uns entschieden, Demokratie auch an Real- und Berufsschulen nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen. Das gelingt, wenn wir starke Partner wie die KfW Stiftung an unserer Seite wissen. Demokratie braucht Menschen, die ihre Werte leben und weitertragen. Genau hier setzen wir gemeinsam an."
Auch Dr. Michael Helbig, Vorstand der KfW Stiftung, hebt die Relevanz des Programms hervor: "Demokratie fällt nicht vom Himmel, sondern muss erlebt und erlernt werden. Daher freuen wir uns, gemeinsam mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft dieses starke Programm 'Demokratie. Machen!' umzusetzen. Wir sind sicher, dass dieses Programm den Jugendlichen in den Berufs- und Realschulen in Frankfurt helfen wird, ihre Demokratiekompetenzen weiterzuentwickeln."
"Demokratie. Machen!" wird im Schuljahr 2025/26 von sechs auf neun teilnehmende Frankfurter Schulen ausgeweitet. Durch die gemeinsame Finanzierung beider Stiftungen erreichen die Programmmodule im kommenden Schuljahr über 400 Schülerinnen und Schüler sowie rund 30 Lehrkräfte. Eine Veranstaltung am 25. Juni 2026 in der Villa 102, die sich an Schülerinnen und Schüler richten wird, bildet den Abschluss.
Rückmeldungen aus der Pilotphase zeigen den Bedarf, den das Programm bedient. Dr. Marja Punkki-Roscher, Abteilungsleiterin der Paul-Ehrlich-Schule Frankfurt, berichtet: "Die Lehrkräftefortbildung war für mich ausgesprochen augenöffnend. Der inhaltliche Input und die Methoden waren sehr hilfreich und trugen zum tieferen Verständnis demokratischer Zusammenhänge bei. Meine politische Bildungskompetenz ist spürbar gewachsen."
Fachliche und kreative Zugänge
Ein zentrales Element des Programms ist die Zusammenarbeit mit der Bildungsagentur Polyspektiv: In zweitägigen Workshops setzen sich Schülerinnen und Schüler zunächst mit demokratischen Grundbegriffen auseinander und erproben Diskussions- und Argumentationstechniken. Anschließend wenden sie das Erlernte auf kontroverse Fragestellungen an – etwa zur Wiedereinführung der Wehrpflicht, Staatsverschuldung oder intergenerationalen Gerechtigkeit. Ergänzend werden Wege für weiteres Engagement aufgezeigt. Für Lehrkräfte gibt es begleitende Fortbildungen zu Herausforderungen der Demokratiebildung im schulischen Alltag, darunter der Umgang mit kontroversen Themen, die Rolle der Lehrkraft oder Medienkompetenz.
Im Schuljahr 2025/26 wird das Programm um einen kreativen methodischen Zugang erweitert: An drei Frankfurter Berufsschulen führt Keynote-Rapper und -Speaker Rico Montero (Heartbeat Edutainment) Workshops durch, in denen Jugendliche demokratische Werte durch Rap-Texte, Graffiti-Gestaltung, Tanzperformances oder Podcast-Produktionen kreativ bearbeiten. Auch hierzu erhalten Lehrkräfte eine Fortbildung, die zeigt, wie kreative Methoden im Unterricht eingesetzt werden können.
Am Programm beteiligen sich künftig neun Schulen: drei Realschulen (Anne-Frank-Schule, Edith-Stein-Schule, neu: Brüder-Grimm-Schule), eine Gesamtschule (Otto-Hahn-Schule) sowie fünf Berufsschulen (Heinrich-Kleyer-Schule, Paul-Ehrlich-Schule, Werner-von-Siemens-Schule, neu: Berufliche Schulen Berta Jourdan und Stauffenbergschule).