Soziale Medien sind fester Bestandteil des Alltags junger Menschen. Sie ermöglichen Austausch, Information und Zugehörigkeit, bergen jedoch zugleich erhebliche Risiken für die psychische Gesundheit. Vor diesem Hintergrund setzt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft in ihrer Förderlinie "Psychische Gesundheit" einen neuen Schwerpunkt auf Social Media, Medienkompetenz und psychische Gesundheit.
Ziel ist es, Kinder und Jugendliche in Frankfurt zu einem selbstbestimmten, reflektierten und gesunden Umgang mit sozialen Medien zu befähigen und ihr Umfeld dabei gezielt einzubeziehen. Für mindestens drei Jahre stellt die Stiftung dafür jährlich einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung. Die erste Antragsfrist endet am 20. April 2026, die zweite am 22. August 2026.
Aktuelle Studien zeigen, dass über 80 Prozent der 12- bis 19-Jährigen täglich mehrere Stunden online sind, ein erheblicher Teil mit riskant intensivem oder suchtähnlichem Nutzungsverhalten. Die intensive Nutzung sozialer Medien wird mit Depressionen, Angststörungen, Schlafproblemen, erhöhtem Stresserleben und einem negativen Selbstbild in Verbindung gebracht. Neben offensichtlichen Gefahren wie Cybermobbing oder der Verbreitung von Falschinformationen treten schleichende Effekte hinzu, etwa eine sinkende Aufmerksamkeitsspanne oder der Rückgang der Lesekompetenz. Der Handlungsbedarf ist entsprechend hoch.
Gefördert werden gemeinnützige Projekte in Frankfurt am Main, die die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken, Eltern und Bezugspersonen als zentrale Vorbilder im familiären Alltag unterstützen und pädagogische Fachkräfte qualifizieren. Ebenso förderfähig sind Präventions-, Bildungs- und Peer-Formate, Beratungs- und Therapieangebote für von Social-Media-Sucht Betroffene sowie kreative und partizipative Ansätze, die zur bewussten Reflexion der eigenen Mediennutzung und zur Stärkung der Abschaltkompetenz beitragen. Anträge können in einer Höhe von 2.500 bis 25.000 Euro gestellt werden.
Psychische Erkrankungen betreffen in Deutschland etwa jeden vierten bis fünften Menschen; viele beginnen bereits im Kindes- und Jugendalter. Mit der 2023 gestarteten Förderlinie "Psychische Gesundheit" stärkt die Stiftung die Resilienz und mentale Gesundheit in Frankfurt und hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 50 Projekte mit insgesamt rund einer halben Million Euro unterstützt. Der neue Schwerpunkt rückt nun gezielt die digitale Lebenswelt junger Menschen in den Fokus und verbindet Prävention, Bildung und konkrete Unterstützung.