Polytechnische Familie

Neues Institut für Bienenkunde in Oberursel eröffnet

21. September 2026, von Jens-Ekkehard Bernerth. Fotos: Polytechnische Gesellschaft/Norbert Miguletz

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Mehr als 15 Millionen Euro hat die Polytechnische Gesellschaft in den Neubau des Instituts für Bienenkunde in Oberursel investiert. Vier Jahre nach der Grundsteinlegung wurde das nachhaltige Forschungsgebäude gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt am 18. September 2026 eröffnet.

Forschung, Lehre, Imkerei und Wissenschaftsvermittlung sind im neuen Institut für Bienenkunde erstmals unter einem Dach vereint. Der mehr als 15 Millionen Euro teure Neubau wurde vollständig von der Polytechnischen Gesellschaft finanziert. Die Goethe-Universität trägt die Kosten für die forschungsbezogene Ausstattung, Unterhaltung und den laufenden Betrieb.

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen unter anderem die Auswirkungen von Klimawandel und veränderten Umweltbedingungen auf Bienen sowie die Frage, wie eine zukunftsfähige Bienenhaltung aussehen kann. Das 1937 von der Polytechnischen Gesellschaft gegründete Institut verbindet universitäre Grundlagenforschung mit praktischer Imkerei.

"Die Polytechnische Gesellschaft unterstützt seit vielen Jahren die Erforschung der Ökologie, Entwicklungsbiologie und Neurobiologie der Bienen mit einem besonderen Fokus auf die Honigbiene und die Imkerei. Unsere Wild- und Honigbienen sind für unsere Ökosysteme von essenzieller Bedeutung", sagte Volker Mosbrugger, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft. Mit dem Neubau und einer geplanten weiteren Professur solle die Bienenforschung am Standort ausgebaut werden. Zudem eröffne das Gebäude neue Möglichkeiten für Lehre, Öffentlichkeitsarbeit und die Zusammenarbeit mit Schulen.

Institutsleiter Bernd Grünewald würdigte insbesondere das Engagement der Polytechnischen Gesellschaft: "Das neue Institutsgebäude ist ein großes Geschenk, das die Polytechnische Gesellschaft uns, den Forschenden, aber auch der Forschungslandschaft Frankfurt Rhein-Main, gemacht hat." Der Biochemiker Bernhard Brüne von der Goethe Universität nannte die enge Zusammenarbeit der Goethe-Universität mit der Polytechnischen Gesellschaft beim Bieneninstitut ein Paradebeispiel für die feste Verankerung der Stiftungsuniversität in der bürgergesellschaftlichen Tradition, die Frankfurt und die Region Rhein-Main als Wissenschaftsstandort so besonders mache.

Auch beim Bau spielte Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Das Gebäude wurde überwiegend in Holzbauweise errichtet und erfüllt nach Angaben der Projektpartner den KfW-55-Standard. Zur Ausstattung gehören eine Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe und eine Zisterne zur Regenwassernutzung. Umgeben ist das Institut von einem ökologisch gestalteten Vogel- und Insektengarten.

Die Polytechnische Gesellschaft stellt der Goethe-Universität Gebäude und Insektengarten auf Grundlage einer seit 2025 geltenden Kooperationsvereinbarung unentgeltlich und auf unbestimmte Dauer zur Verfügung. Zudem finanziert sie die Stiftungsprofessur am Institut.