Pressemitteilung
Stiftung Polytechnische Gesellschaft startet neue Förderausschreibung zum Umgang junger Menschen mit sozialen Medien
Förderlinie "Psychische Gesundheit" setzt neuen Schwerpunkt auf Social Media, Medienkompetenz und psychische Gesundheit. Für mindestens drei Jahre stellt die Stiftung jährlich einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung. Erste Antragsfrist ist der 20. April 2026.
FRANKFURT, 2. MÄRZ 2026. Soziale Medien dienen jungen Menschen zum Zeitvertreib, zum Austausch mit Gleichaltrigen, zum Aufbau sozialer Netzwerke und als Informationsquelle. Mehr als 80 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland nutzen das Internet täglich durchschnittlich 3,35 Stunden, wobei sie die meiste Zeit in sozialen Medien wie Instagram, TikTok und Snapchat verbringen (vgl. JIM-Studie 2024). Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland zeigt ein riskant intensives Nutzungsverhalten, bei ca. 4,7 % liegt ein suchtartiger Social-Media-Konsum vor (vgl. DAK Mediensucht-Studie 2024). Die intensive Nutzung sozialer Medien kann schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen haben. Sie wird mit einer Zunahme von Depressionen, Angststörungen, Schlafproblemen, einem negativen Stresserleben und Selbstbild in Zusammenhang gebracht. Während Cyberbullying, der Konsum von Falschinformationen oder ein uneingeschränktes Vertrauen in KI offensichtlichere Gefahren darstellen, zählen eine reduzierte Aufmerksamkeitsspanne oder die Abnahme der Lesekompetenz zu den eher schleichenden möglichen Begleiterscheinungen. (vgl. Soziale Medien und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Leopoldina, 2025)
Vor diesem Hintergrund setzt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft im Rahmen ihrer Förderlinie "Psychische Gesundheit" den neuen Schwerpunkt "Social Media, Medienkompetenz und psychische Gesundheit". Ziel ist es, einen kompetenten und gesunden Umgang junger Menschen in Frankfurt mit sozialen Medien zu unterstützen. Für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren stellt die Stiftung dafür jährlich einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung. Gefördert werden können Projekte gemeinnütziger Träger, die in Frankfurt am Main die Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen, Eltern und Familien sowie Pädagoginnen und Pädagogen und weiteren Bezugspersonen im Umgang mit sozialen Medien stärken. Dazu zählen passgenaue Angebote zur Prävention, Aufklärung und Bildung, Peer-to-Peer-Programme ebenso wie Beratungs- und spezifische Therapieangebote für von Social-Media-Sucht Betroffene und ihr Umfeld. Darüber hinaus sind kreative und partizipative Formate zur Reflexion der eigenen Mediennutzung sowie zur Stärkung der "Abschaltkompetenz" förderfähig.
Förderanträge in Höhe von 2.500 Euro bis 25.000 Euro können zu zwei Fristen im Jahr eingereicht werden. Die erste Frist endet am 20. April 2026, die zweite am 22. August 2026. Weitere Informationen sind auf der Website der Stiftung Polytechnische Gesellschaft zu finden unter https://sptg.de/foerderung/psychische-gesundheit.
Professor Dr. Frank E.P. Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, erläutert: "Soziale Medien sind fester Bestandteil des Alltags junger Menschen. Ziel unserer neuen Förderausschreibung ist es, junge Menschen zu befähigen, sie selbstbestimmt, reflektiert und nicht auf Kosten ihrer Gesundheit zu nutzen. Letzteres findet aber leider immer häufiger statt, in beängstigendem Ausmaß. Als Begegnungsstiftung wollen wir mit unserer Förderausschreibung dazu beitragen, dass digitale Kommunikation nicht zu Isolation oder Polarisierung führt, sondern in reale Beziehungen, Dialogfähigkeit und gesellschaftliche Verantwortung mündet."
Dr. Christina Braun, Projektleiterin im Förderbereich, ergänzt: "Medienkompetenz beginnt im familiären Alltag. Eltern und Bezugspersonen sind wichtige Vorbilder für Kinder und Jugendliche. Mit unserer neuen Förderlinie stärken wir diese Zielgruppe im bewussten und gesunden Umgang mit Social Media."
Die Förderlinie »Psychische Gesundheit«
In Deutschland ist etwa jeder vierte bis fünfte Mensch von einer psychischen Erkrankung betroffen, dies gilt auch für Kinder und Jugendliche (vgl. Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland und ihr Zusatzmodul Psychische Gesundheit (DEGS1-MH)). Das Jugendalter ist eine Phase tiefgreifender körperlicher, kognitiver, emotionaler und sozialer Entwicklungen, in der eine besonders hohe Vulnerabilität hinsichtlich der Entstehung psychischer Erkrankungen besteht: 50 % aller psychischen Erkrankungen beginnen vor dem 15. Lebensjahr, 75 % vor dem 25. Lebensjahr (vgl. Studie "Towards a youth mental health paradigm: a perspective and roadmap", Ulhaas et al., 2022).
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat daher im Jahr 2023 die Förderlinie "Psychische Gesundheit" ins Leben gerufen, um die Resilienz und mentale Gesundheit der Menschen in Frankfurt zu stärken und das Thema in der Stadtgesellschaft sichtbarer zu machen. In den vergangenen drei Jahren hat die Stiftung in diesem Themenfeld bereits mehr als 50 gemeinnützige Projekte in Frankfurt mit insgesamt etwa einer halben Million Euro unterstützt. Gefördert wurden erfolgsversprechende Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige ebenso wie Bildungsangebote und Informationskampagnen, die einen Anstoß zur gesellschaftlichen Diskussion über psychische Gesundheit geben.
Weitere Informationen unter https://sptg.de/foerderung/psychische-gesundheit.
Sie haben Rückfragen?
Gerne stehe ich Ihnen zur Verfügung.