Mit der Eröffnung des TUMO-Lernzentrums im NordWestZentrum ist in Frankfurt ein neuer Ort für digitale Bildung und gesellschaftliche Teilhabe entstanden. Nach rund fünf Jahren Vorbereitung wurde ein Projekt realisiert, das von Beginn an auf die Zusammenarbeit von Stadt, Zivilgesellschaft und privaten Förderern angelegt war.
Oberbürgermeister Mike Josef würdigte in seinem Grußwort den gemeinsamen Kraftakt: "Hier wird nicht einfach gelernt. Hier wird ausprobiert, hier wird gestaltet, hier ist ein Raum der Begegnung. Hier wird gemeinsam gearbeitet mit Profis aus Unternehmen, an echten Aufgaben nahe der Praxis. Genau so entsteht das, was wir alle so dringend brauchen: die IT-Fachkräfte von morgen. Aber TUMO ist auch ein Ort der Chancengleichheit. Es eröffnet Jugendlichen unabhängig von Herkunft, Schulform oder Hintergrund konkrete Zugänge zu digitalen und kreativen Lernangeboten. Es ist so wichtig, dass jungen Menschen solche Türen geöffnet werden."
Das TUMO-Lernzentrum richtet sich an 12- bis 18-Jährige und bietet künftig kostenfreie Lernangebote in Bereichen wie Programmierung, Robotik, Design und Medienproduktion. Bis zu 1.000 Jugendliche pro Woche können hier künftig ihre digitalen und kreativen Fähigkeiten entwickeln. Für die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus ist das Projekt Teil einer größeren gesellschaftlichen Aufgabe: "Es geht darum, die Menschen mitzunehmen und digitale Teilhabe zu sichern. TUMO ist ein Investment in die nächste Generation, in Frankfurt und Hessen als europäischen Digitalstandort." Auch die Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber unterstrich die Bedeutung früher Zugänge: "Solche Angebote setzen in einem Alter an, in dem Interesse für Digitales ohnehin entsteht und besonders gut gefördert werden kann."
Ein zentrales Merkmal des Frankfurter Standorts ist seine Trägerstruktur: Anders als an anderen Standorten wie Berlin oder Mannheim wird TUMO Frankfurt über einen Förderverein und ein breites Netzwerk finanziert. Für den Vereinsvorsitzenden Sahak Artazyan ist dies Ausdruck eines gemeinsamen Engagements: "Die Unterstützung aus der Stadtgesellschaft hat gezeigt, wie großartig diese Stadt ist." Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft gehörte zu den frühen Unterstützern des Projekts. Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich betonte: "Frankfurt ist eine Potenzialstadt. Es braucht Räume für junge Menschen, in denen sie ihre Potenziale jenseits der Schule entfalten können."
Melanie Kehr, Mitglied des Vorstands der KfW, verwies auf die Anforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt: "65 Prozent der aktuellen Grundschüler werden in Berufen arbeiten, die es heute noch nicht gibt. Mit Angeboten wie TUMO stärken wir daher frühzeitig zentrale Zukunftskompetenzen." Friederike Schönhuth, Bereichsleiterin Kultur und Bildung der Crespo Foundation, ergänzte: "TUMO bietet Raum für wertschätzende Partizipation und dafür, kreative Potenziale von Jugendlichen auszuschöpfen." Aurelio Fichter vom Rotary Club Frankfurt am Main hob das Engagement der Stadtgesellschaft für das Projekt hervor: "Wenn wir Frankfurter ein Problem sehen, lösen wir es selbst. Das ist der 'Frankfurter Weg'."
»We built a complicated world for our children. We owe it to them to empower them to live a happy life in that world.«
TUMO-Mitgründer Pegor Papazian
bei der Eröffnung von TUMO-Frankfurt
Zur Eröffnung war auch Pegor Papazian, Mitgründer von TUMO, vor Ort. Mit Frankfurt entstehe das siebte TUMO-Zentrum in Deutschland, und damit weltweit erstmals mehr Standorte als im Ursprungsland Armenien, wo es aktuell sechs der Lernzentren gibt, so Papazian. Er formulierte den Anspruch des Projekts: "We built a complicated world for our children. We owe it to them to empower them to live a happy life in that world."
Mit dem neuen Standort im NordWestZentrum entsteht ein Lernort, der gezielt auf die Bedürfnisse junger Menschen ausgerichtet ist. Er eröffnet ihnen die Möglichkeit, digitale Kompetenzen zu entwickeln, eigene Interessen zu verfolgen und sich in einem gemeinschaftlichen Umfeld auszuprobieren.