20 Jahre Stiftung Polytechnische Gesellschaft

20 Jahre, 20 Programme, 20 Glückwünsche

09. September 2025, kuratiert und editiert von Jens-Ekkehard Bernerth

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Anlässlich unseres Geburtstages haben uns unsere Alumnae und Alumni sowie Programmpartnerinnen und -partner Glückwünsche gesendet. Darin beschreiben sie, was ihre ganz persönliche Stiftungsgeschichte ist, was für Erfahrungen sie während ihrer Teilnahme an und mit unserem Programm gemacht haben, und welche Wirkung(en) dabei entfaltet wurde(n). Wir wünschen bei der Lektüre dieser besonderen Zeilen viel Vergnügen.

Stadtteil-Botschafter

Marco Prehler

Liebe Stiftung Polytechnische Gesellschaft,

weißt du, was ich bemerkenswert finde? Ich kenne dich seit 2009, als ich Stadtteil-Botschafter für Sossenheim wurde – und heute gehörst du zu meinem geliebten Frankfurt genau so wie Eintracht, Main und Wolkenkratzer. Das Stipendium hat mich wachsen lassen und mir bewusst gemacht, wie gern ich mich für gerechte Teilhabe für alle einsetze. Du hast einen recht großen Anteil an der Person, die ich heute bin. Dank dir habe ich viele tolle Menschen kennengelernt, die mit Herz und Hand bei der Sache sind. Auch heute bin ich dir noch sehr verbunden, habe Freund:innen gefunden und genieße regelmäßig schöne Stunden auf inspirierenden Alumni-Treffen. Als Referent für vegane Ernährung darf ich dir aushelfen und so ein Stück Engagement zurückgeben.

Danke, dass du unsere Heimat zu einem Ort machst, der an alle denkt, der Frankfurt lebenswerter und vor allem gerechter macht. Alles Schöne zum Geburtstag!

Jazz und Improvisierte Musik in die Schule! (JIMS)

Tessa Vedder

Ohne das Projekt „JIMS“ wäre ich niemals da, wo ich heute stehe. Meinen ersten Kontakt zu JIMS hatte ich 2022 mit dem Workshop „Girls on Jazz“. Dies war auch generell mein erster Kontakt zum Jazz, und hat in mir eine große Leidenschaft erweckt. Nur ein halbes Jahr später stand ich mit Nils Landgren und dem Schüler-Jazzensemble in der Alten Oper auf der Bühne. Das war erst der Anfang: Es folgten Auftritte mit Michael Wollny, Till Brönner und Immanuel Wilkins. Mein persönliches Highlight war der Auftritt mit Immanuel Wilkins im Jazz Montez. Mit dem amerikanischen Saxophonisten zu arbeiten, hat mir einen neuen Blickwinkel in die Welt des Jazz ermöglicht. Die Arbeit mit all diesen erfolgreichen Künstlern war beeindruckend und ich konnte viel dabei lernen. Nicht zu vergessen natürlich die Arbeit mit Peter Klohmann, der nie die Geduld mit uns verlor und uns bestens auf die Konzerte vorbereitet hat. Heute studiere ich Schulmusik L3 an der Hfmdk mit Hauptfach Jazz-Klavier. All das wäre ohne die Stiftung Polytechnische Gesellschaft nicht möglich gewesen, und dafür bin ich sehr dankbar.

Konzertpädagogische Projekte

Dr. Markus Fein

Was mir sofort in den Sinn kommt, wenn ich an die Zusammenarbeit mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft denke? Zuallererst sind dies die Projekte, die wir mit Mitteln dieser Stiftung in der Alten Oper realisieren dürfen: Bei „Sinfonik hautnah“ hören weit mehr als tausend Kinder im Großen Saal staunend einem Orchester zu – und sind mitten drin im Musikleben dieser Stadt; bei „Jazz und improvisierte Musik in der Schule“ wird die Alte Oper zum Labor mit Groove, bei „Fratopia“ strömen Zehntausende in die Alte Oper und erleben, wie lebendig das „Zukunftshaus Alte Oper“ sein kann – weiter kann man die Tore eines Konzerthauses wohl nicht öffnen.

Das jüngste „Baby“ unserer Zusammenarbeit: „Eine Straße geht ins Konzert“: Wie beglückend zu spüren, dass Community Building so fruchtbar sein kann und immer noch gelingt. Für all diese Projekte bin ich sehr dankbar. Aber es ist etwas anderes, das mir anlässlich des 20. Geburtstages dieser Stiftung in den Sinn kommt. Es hat drei Buchstaben: „Wir“. Ja, das „Wir“ wird in dieser Stiftung großgeschrieben und in Projekten gelebt: im partnerschaftlichen Miteinander von Stiftung und geförderter Kulturinstitution; im echten Interesse dieser Stiftung an den Menschen und den Belangen der Stadt. Transformation, Innovation, gesellschaftliches Miteinander, ein glückliches Leben eines jeden Einzelnen: all das kann nur im „Wir“ gelingen. Die SPTG inspiriert dieses „Wir“ immer aufs Neue. Dafür von Herzen Danke! Die Alte Oper ist auch in den nächsten 20 Jahren gerne ein Partner, um dieses „Wir“ zu befeuern.

Dr. Markus Fein, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper. Foto: Alte Oper Frankfurt/Salar Baygan

Samstagsschule für begabte Handwerker

Jacqueline Kuhn

Mein Weg zur Stiftung begann, nachdem ich als Innungsbeste meine Maler-Lackierer-Ausbildung abgeschlossen habe und einen Brief mit der Vorstellung des Programms „Samstagsschule für begabte Handwerker“ bekam. Daraufhin habe ich mich für das Programm beworben und eine Zusage erhalten. Im Laufe des folgenden halben Jahres konnte ich meine Rhetorik und Präsentationstechniken verbessern, habe einen Input in die Betriebskalkulation und zu Führungsstilen erhalten und im Team ein Projekt erstellen und bei der Abschlusspräsentation vorstellen dürfen. Im Anschluss an die Samstagsschule wurde ich Teil der Ausbildungsbotschafter. Dort konnte ich mein Gelerntes weiter verfeinern und den Schüler*innen an Realschulen einen Einblick in das Malerhandwerk geben.

Durch die Programme konnte ich meine Präsentationsfähigkeiten ausbauen sowie mehr Selbstsicherheit erlangen. Die Eigenschaften haben mir auch in meinem Bauingenieursstudium (duales Studium, kombiniert mit der Ausbildung) sowie in meinem Berufsalltag weitergeholfen. Beispielsweise durfte ich einen Ausschnitt meiner Bachelor-Thesis im Rahmen einer Fachtagung vor mehreren hundert Zuschauern präsentieren.

Die Stiftung bedeutet für mich Gemeinschaft. Insbesondere im Rahmen der Alumni-Treffen bekommt man die Gelegenheit, sich mit Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen und Lebensabschnitten auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und andere Sichtweisen kennenzulernen.

Ich gratuliere der Stiftung von ganzen Herzen zu ihrem 20. Geburtstag und freue mich auf viele weiterer inspirierender Momente!

Nachhaltigkeitspraktiker

Jan Schulze

Happy Birthday, liebe Stiftung Polytechnische Gesellschaft!

Du wirst 20 Jahre alt, und ich bin stolz, dich bereits seit 2006 zu kennen.

Als dein Stadtteil-Botschafter hast du mich geprägt und mir mehr als nur einen Schubs auf meinem Lebensweg mitgegeben. Wegen dir habe ich mich nochmal auf den Hosenboden gesetzt und erneut die Schulbank gedrückt. Das hat mein Leben verändert, und ich hoffe, als Sozialarbeiter etwas der Stadt und ihren Menschen zurückgeben zu können. Dafür vielen Dank.

Doch während mir die Haare ausgingen und ich Jahr für Jahr älter wurde, bist du voller Ideen und Tatendrang. Wenn ich mir deinen Jahresbericht anschaue, was du für diese Stadt, die wir so lieben, und die Menschen, die in ihr Leben, ermöglichst, bin ich immer wieder stolz, ein kleiner Teil dieser Stiftung sein zu dürfen. Du bist da, wo es dem Rest schwerfällt, du schaust nach den kleinsten Frankfurtern genauso wie nach denen mit der größten Lebenserfahrung, du bewegst Großes, indem du im Kleinen wirkst, du bist aber auch ein Pfund, an dem keiner vorbeikommt. Du bist immer up to date. Während andere noch überzeugt werden müssen, dass der Menschen gemachte Klimawandel real ist, bist du schon dabei, Menschen dabei zu helfen, diesen mit kleinen Schritten zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. Im Jahr 2022 durfte ich am Projekt Nachhaltigkeitspraktiker teilnehmen. Noch heute bin ich begeistert über den Aufbau des Projekts. Welches sich als Angebot versteht, Sachen auszuprobieren. Alles ohne zu bevormunden oder zu zwingen. Immer nach dem Motto: "Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern"

Das Jahr 2022 verbinde ich ferner eng mit der Ankunft vieler geflüchteter Menschen aus der Ukraine und unseren Einsätzen in den Unterkünften. Wie selbstverständlich haben wir alle unsere Kaffeetassen mitgebracht, um während den Einsätzen nicht aus Wegwerfbechern trinken zu müssen.

Meinen persönlichen Fleischkonsum habe ich seit meiner Teilnahme am Nachhaltigkeitspraktikerprogramm reduziert und viele kleine Dinge in meinem Leben verändert, um so meinen CO2-Bilanz positiv zu beeinflussen. Ich hoffe, du wirst weiterhin so viele Sachen bewegen und dich beim Zusammenhalten nicht aufhalten lassen. Denn mit Dir baue ich am liebsten am Wir.

Willkommenstage in der frühen Elternzeit

Melanie Weimer

Seit 20 Jahren in Frankfurt unterwegs – das verbindet mich mit der Stiftung. Im selben Jahr, als sie gegründet wurde, zog ich mit meiner Familie in die Stadt. 2007 stieß ich über meine Arbeit in der Familienbildung erstmals auf das Stichwort „Elternhotel-Projekt“. Daraus entstand mein Herzensprojekt: die Willkommenstage in der frühen Elternzeit.

Gemeinsam entwickelten wir neue Wege, Familien in ganz unterschiedlichen Lebenslagen beim Start mit einem Baby zu begleiten. Viele Familien fanden über die Willkommenstage erstmals Zugang zur Familienbildung – und so öffneten sich auch Türen in die Stadtgesellschaft.

Mir unvergessen bleibt der Ausflug mit einer alleinerziehenden Mutter aus Ghana ins Senckenberg-Museum, mit dem Baby in der Trage, dem Kleinkind im Wagen und dem großen Sohn an der Hand, wo die ganze Familie zum ersten Mal die berühmte Anakonda mit dem Wasserschwein im Maul bestaunte. Ebenso bewegend war das Entdeckerkonzert in der Alten Oper: eine große Gruppe von Babys und Kleinkindern mit ihren Müttern und Vätern erlebte Musik mit allen Sinnen und entdeckte das altehrwürdige Konzerthaus als einen Ort für Familien in Frankfurt.

Auch meine eigenen Kinder sind mit der Stiftung groß geworden. In ihren Rollenspielen hieß es manchmal: „Psst, die Mama telefoniert mit Herrn Kaehlbrandt.“ Später waren sie bei Projekten wie „Meine Zeitung“ oder der Junior-Ingenieur-Akademie wirklich dabei. Heute sind sie erwachsen – genau wie die Stiftung nach 20 Jahren. Wir fühlen uns als Teil der großen Stiftungsfamilie, und ich freue mich auf alles, was noch kommt.

Kolleg für junge Talente

Berkan Badan

In der 11. Klasse ist im Chemie-Unterricht meine Lehrerin auf mich zugekommen und hat mir von dem Kolleg für junge Talente erzählt, das die Stiftung Polytechnische Gesellschaft anbietet. Für mich war es das erste Mal, dass ich für ein außerschulisches Programm vorgeschlagen worden bin, dementsprechend war ich sehr neugierig, was auf mich zukommen wird. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass dieses eine Jahr mich so sehr prägen wird.

Die Kollegtage, die zwei Ausflüge und auch die Abschlussfeier sind Erinnerungen, die ich nie vergessen werde. Vor allem die Abschlussfeier mit der Rekapitulation der gemeinsamen Kollegtage und der Oster- und Herbstakademie sind mir in Erinnerung geblieben. Man lernt nicht nur neue Themenbereiche, wie etwa molekulare Biologie oder Stadtnatur kennen, die es in der Schule so nicht gibt, sondern auch sich selbst und seine eigenen Interessensgebiete. Die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten über diese Themen auszutauschen und eigene Ideen/Pläne zu entwerfen, war wirklich wunderbar. Ich würde jedem das Kolleg ans Herzen legen, denn es verändert einen nicht nur intellektuell, sondern auch persönlich.

Das Kolleg hat mir gezeigt, dass man nie auslernt. Aus seiner Komfort-Zone rauszukommen, Neues zu lernen und seinen Horizont zu erweitern sind essenziell für die persönliche Entwicklung. Mit dem folgenden Zitat würde ich meine Erfahrung und Haupterkenntnis des Kollegs zusammenfassen.

“When you stop learning you stop living in any vital and meaningful sense” ~ Eleanor Roosevelt

Herzlichen Dank für diese Erfahrungen, liebe Stiftung. Und alles Gute zum Geburtstag!

Stadtteil-Historiker

Kirsten Schwartzkopff

Liebe Stiftung Polytechnische Gesellschaft,

herzlichen Glückwunsch zu Eurem runden Geburtstag!

Ich danke Euch, dass Ihr mich als Stadtteil-Historikerin mit meinem Projekt zu NS-verfolgten Mitgliedern der Frankfurter Rudergesellschaft Germania 1869 e. V. gefördert – und gelegentlich gefordert – habt.

In der Corona-Staffel VIII haben wir Stadtteil-Historiker uns überwiegend als „Kachel im Zoom-Format“ kennen und schätzen gelernt. Unser Zusammenhalt war groß und er war für mich unter den erschwerten Bedingungen besonders wichtig. Historische Forschung im Stadtteil lebt von Austausch, von Fragen, von kritischen Anmerkungen und von Hinweisen der unterschiedlichsten Gesprächspartner. Das habe ich erleben dürfen.  

Dass Ihr vielfältige Dialoge, Trialoge und Diskussionen ermöglicht und fachlich wie menschlich begleitet habt, hat mich und mein Projekt entscheidend vorangebracht. Dabei habe ich viel von meinen Staffelpartnerinnen und -partnern über die Stadt, die Menschen und ihre Besonderheiten gelernt: Etwa, dass aus Bernem nicht nur sauberes Trinkwasser kam, sondern auch früh wichtige Impulse zur Frauenemanzipation.

Häufig wart Ihr mein „Türöffner“. Dafür bin ich dankbar.    

Ich wünsche Euch auch für die kommenden 20 Jahre viel Inspiration bei Eurer Arbeit und dass Ihr diese Inspiration weiterhin so erfolgreich weitergebt!

Lasst uns zusammen Euren Geburtstag feiern!

Kirsten Schwartzkopff, Stadtteil-Historikerin, Staffel VIII (2020 – 2022)

Junior-Ingenieur-Akademie

Dominik Brey

Schon lange begleitet mich die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und ich begleite sie:

2009 in der Pilotphase der Junior-Ingenieur-Akademie, 2019 in der achten Generation des Main-Campus-Stipendiatenwerks; seit sechs Jahren als Mentor im Digitechnikum, seit zwei Jahren bei den Jungen Forschern; und seit vier Jahren der andere Blick als Mitglied der Polytechnischen Gesellschaft. So viele Bekanntschaften, die ansonsten vielleicht nie passiert wären. So viele neue und zukünftige Freundschaften. Und dabei bin ich nur mit einem kleinen Teil der Stiftung direkt in Berührung. Die Stiftung hat mir gezeigt, wie groß und vielfältig und gleichzeitig wie klein und verbunden Frankfurt ist. Für jede Idee finde ich in der Stiftung oder der Muttergesellschaft eine passende Ansprechperson oder eine Person, die eine passende Person kennt.

Die Stiftung bringt Menschen zusammen: verschiedene Menschen gleicher Interessen wie auch Menschen verschiedener Interessen. Es gibt viele Momente, an die ich gerne zurückdenke. Und auch wenn ich es nicht immer zeige, ist es am schönsten, wenn ich unerwartet Leute wiedertreffe: „Digis“ auf der Night of Science, alte Freunde bei Stiftungsveranstaltungen. Ein Paradebeispiel dafür war Campus & Code dieses Jahr, wo ich mit vielen Leuten reden konnte, die ich lange nicht gesehen habe.

Mit immer neuen Ideen baut die Stiftung am Frankfurt von morgen mit. Das waren die ersten 20 Jahre, ich freue mich auf die nächsten 80. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

Junge Forscher – Gemeinsam Wissenschaft erleben

Helga Göpper

Herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahren Stiftung Polytechnische Gesellschaft!

Ein großes Dankeschön dafür, dass meine Schule und ich als Grundschullehrerin an wegweisenden Projekten der Stiftung im Programm Junge Forscher teilhaben durften. Sie hat mit den Themen „Kleine Teilchen“, „DNA“ und „KI“ Freude, Wissen – und vor allem emotionale Beteiligung – bei allen Kindern geweckt.

Den Projekten gemeinsam ist, dass Studierende und Professorinnen und Professoren der Goethe-Universität Frankfurt persönlich beteiligt und engagiert sind. Die Inhalte sind didaktisch und fachlich hervorragend aufbereitet – und die Stiftung hält engagiert und mit aufmerksamem Blick die Fäden in der Hand.

Jedes Projekt beginnt mit persönlichen Briefen der Studierenden an die Kinder. Diese fühlen sich dadurch angesprochen und wertgeschätzt, antworten mit eigenen Fragen und freuen sich auf den Besuch im Unterricht. So wird bereits im Vorfeld eine emotionale Verbindung geschaffen – der Schlüssel für gelingendes gemeinsames Lernen.

Fragen, Experimente, Teamarbeit, Diskussionen und kreative Ideen prägen die Projektstunden. Alle Kinder, unabhängig von ihrem Bildungshintergrund, zeigen Entdeckerfreude und erweitern ihre Kompetenzen. Abgerundet werden die Projekte durch einen Besuch an der Universität.

Welche Wertschätzung unserer Schule und unseren Kindern dadurch entgegengebracht wird – und welche wichtigen Grundlagen für ein respektvolles Miteinander in unserer Gesellschaft dabei gelegt werden – ist ein großes Geschenk für ein gelebtes Wir.

Helga Göpper, Pestalozzischule

Der Stiftungschor

K-Pete Wenz

Ich erinnere mich noch gut an mein Auswahlgespräch im Stiftungshaus. Die Jury, die Fragen, das Lampenfieber – und dann die Zusage. Als einziger meiner Hochschule war ich stolz, Teil des Main-Campus-Academicus-Stipendiums zu werden. Und ich fühlte mich gesehen.

Was das Programm besonders machte, waren die Menschen: Studierende aus unterschiedlichsten Fachrichtungen, verbunden durch den Wunsch, unsere Stadt mitzugestalten. Schon beim ersten Seminar im Taunus wurde klar: Hier wird nicht nur gefördert – hier entsteht Gemeinschaft. Oder, wie die Stiftung sagt: „Wir arbeiten am WIR.“

Ein Seminar zum Argumentieren hat mir geholfen, klare Gedanken in laute Zeiten zu bringen. Und im Chor – Bass, seit 2019 – habe ich erlebt, wie Musik verbindet. Wenn 50 Sängerinnen und Sänger ihre Stimmen bündeln, kann daraus Energie entstehen, die Räume füllt.

So geschehen im ehrwürdigen Kaisersaal bei der Verleihung der Frankfurter Goethe-Plakette an Volker Moßbrugger – selbst Präsident der Polytechnischen Gesellschaft. Umgeben von feinen Anzügen und offiziellen Würden traten wir im Chor-T-Shirt auf. Nach unserem letzten Ton meinte der Oberbürgermeister anerkennend: „Wie geil war denn bitte dieser Auftritt?“

Danke, Stiftung Polytechnische Gesellschaft – fürs Vertrauen, fürs Zusammenbringen, fürs WIR.

Meine Zeitung: Frankfurter Schulen lesen die FAZ

Britta Görny

Ich nehme seit mehr als sieben Jahren immer wieder mit meinen Deutsch-Klassen am Zeitungsprojekt teil. Was mir an diesem Projekt besonders gefällt, ist, dass ich über einen Zeitraum von drei Monaten in Form der Tageszeitung mitsamt Begleitmaterial zur Verfügung gestellt bekomme  und dann relativ viel Freiheit habe, was ich von dem Material nutze und wie ich es einsetze. Die Schülerinnen und Schüler erstellen eigentlich immer eine Langzeitarbeit, manchmal verfassen wir auch Posts für Instagram oder schreiben einen Bericht für die Sonderbeilage.

Die Stiftung fördert damit Kompetenzen in der Bildungssprache Deutsch, das Zeitungsprojekt ist ein Leseförderprojekt und die Motivation der Schülerinnen und Schüler zu lesen ist im Zusammenhang mit dem Projekt sehr hoch, da sie zu selbstgewählten Themen Artikel lesen, recherchieren, Texte verfassen. So ist das Leseförderprojekt auch ein Wortschatzerweiterungsprojekt, ein Frustrations-Toleranz-Projekt für anspruchsvolle, lange Zeitungsartikel und natürlich ein Projekt in Medienbildung. Ein Highlight ist immer die Gala zum Abschluss des Projekts mit allen teilnehmenden Klassen in der Alten Oper.

Ein besonderer Moment war, als ich 2018 zusammen mit Vertretern der Stiftung und der FAZ nach Berlin fahren durfte, um den Deutschen Lesepreis in der Kategorie „Leseförderung mit digitalen Medien“ entgegenzunehmen.

Weitere Projekte der Stiftung, an denen Schülerinnen und Schüler von mir mit großem Gewinn teilgenommen haben, sind das "Kolleg für junge Talente" und ein Kurz-Essaywettbewerb zum Thema "Die Gleichgültigen unter uns", zu dem die Stiftung Polytechnische Gesellschaft in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels eingeladen hat. Die Texte der Preisträgerinnen und Preisträger werden im Herbst als Buch veröffentlicht und auf der Buchmesse präsentiert, was für die jungen Geehrten natürlich sehr spannend ist.

So bietet die Stiftung mir als Lehrerin die Möglichkeit, außerschulische Lernorte kennenzulernen und den Schülerinnen und Schülern Räume zu öffnen, die eine individuelle Entwicklung ermöglichen und kritisches Denken fördern. Herzlichen Glückwunsche zum 20. Geburtstag!

Britta Görny, Bettinaschule

Junge Paulskirche

Harrison Krampe

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft ist und bleibt ein prägender Bestandteil meines Erwachsenwerdens. Bereits früh hat mich das Programm Junge Paulskirche mit unserer Verfassung, politischen Diskursen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Kontakt gebracht. Dabei habe ich nicht nur rhetorische Fähigkeiten, Reflexion und Empathie erlernt, sondern auch ein tieferes Verständnis für das Zusammenspiel von Recht und Gesellschaft entwickelt.

Besonders dankbar bin ich für die nachhaltige Wirkung des Programms. Die Stiftung hat mir unter anderem das Prinzip des lebenslangen Lernens nähergebracht, ein Gedanke, der mich in Zukunft leiten wird. Darüber hinaus bietet die Stiftung durch ihr tolles Netzwerk eine unglaubliche Möglichkeit, andere engagierte und unterschiedliche Menschen kennenzulernen. Sei es bei einem der vielen interessanten Veranstaltungen, zu denen man eingeladen wird oder bei Alumni-Feiern, habe ich mein soziales Umfeld unglaublich erweitert und bin mit Menschen in Kontakt gekommen, die ich so nicht kennengelernt hätte. Ein besonderer Augenblick für mich war die Abschlussveranstaltung der Jungen Paulskirche. Es war sehr schön zu sehen, dass unsere Arbeit während des Programms ernst genommen und in diesem Rahmen wertgeschätzt wurde.

Solche Momente haben mich echt motiviert, mich weiter zu engagieren und wurden möglich gemacht durch die Stiftung. Dafür bin ich sehr dankbar.

Main-Campus-Stipendiatenwerk

Bastian Stock

Seit über sechs Jahren bin ich der Stiftung Polytechnische Gesellschaft verbunden – eine Verbindung, die mit dem Main-Campus-Programm begann und mich bis heute begleitet und prägt. In dieser Zeit durfte ich nicht nur unglaublich viel lernen, sondern mich auch persönlich weiterentwickeln – dank vielfältiger, interdisziplinärer Begegnungen und neuer Perspektiven.

Diese wertvollen Impulse trage ich gerne in andere Programme der Stiftung weiter, wie in das Digitechnikum, das Kolleg für junge Talente oder zu den Jungen Forschern. Denn für mich bedeutet die Stiftung Teilhabe und Teilgabe, persönliche Entwicklung und gemeinschaftliches Wirken. Sie schafft Räume, in denen man wachsen und zugleich andere inspirieren kann. Die herzlichen und engagierten Menschen hinter der Stiftung vermitteln ein besonderes, familiäres Gefühl des Miteinanders – als Teil einer großen Gemeinschaft.

Zum Jubiläum gratuliere ich der Stiftung Polytechnische Gesellschaft von ganzem Herzen. Möge die Stiftung weiterhin so nachhaltig wirken, Menschen begeistern und die Frankfurter Stadtgesellschaft maßgeblich mitgestalten. Ich bleibe gern verbunden – als Teil dieses besonderen „Wir“.

Deutschsommer

Fatima Mourankou

Liebes Stiftungsteam,

herzlichen Glückwunsch! Ich bin dankbar, dass ich ein Teil dieser Erfolgsgeschichte sein darf. Die Arbeit als Sozialpädagogin im Neu-Isenburger Deutschsommer hat mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich bereichert.

Besonders bewegt hat mich, wie Kinder in nur drei Wochen über sich hinauswachsen. Ich erinnere mich an Momente, in denen anfangs schüchterne Kinder am Ende stolz auf der Bühne standen. Solche Augenblicke zeigen mir, wie wertvoll unsere Arbeit ist.

Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, Sprache spielerisch und kreativ zu fördern. Der Deutschsommer ist für mich nicht nur ein Projekt. Er ist ein Ort voller Chancen, Mut und Gemeinschaft. Danke für all die schönen Erfahrungen und auf viele weitere Jahre voller inspirierender Sommer!

Alles Liebe!

Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern

Najiba Rahman

Ich bin eine ehemalige Stipendiatin der 4. Generation des Diesterweg-Stipendiums der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und habe 2024 mein Abitur an der Schillerschule in Sachsenhausen absolviert.

Im Jahr 2014 stand ich hier gemeinsam mit anderen Stipendiaten, und wir sangen:

"Wir sind die Diesterweg-Kinder,
wir wollen in die Zukunft sehen.
Wir sind die Diesterweg-Kinder,
kommt, lasst uns neue Wege gehen."

Damals konnte ich nicht wirklich erahnen, wie stark dieser Refrain mein Leben prägen würde.

Als ich in das Diesterweg Stipendium aufgenommen wurde, war ich unglaublich aufgeregt und nervös. Auch meine Familie wusste nicht, was auf uns zukam. Das Besondere am Diesterweg-Stipendium sei, dass es sich um ein Familienstipendium handelt – doch was bedeutete das für uns?

Meine große Schwester hatte keine Ahnung, dass sie durch das Stipendium den Mut finden würde, sich nach ihrer Ausbildung einem Studium zu widmen. Heute, zehn Jahre später, bereitet sie sich auf das dritte Staatsexamen im Studienfach Pharmazie vor.

Mein älterer Bruder stand aufgrund von sprachlichen Einschränkungen ebenfalls vor vielen Herausforderungen und hätte niemals geglaubt, dass er durch die Workshops und die Ermutigung der Stiftung seinen Weg so erfolgreich fortsetzen würde.

Und auch ich wusste nicht, dass ich mit der Unterstützung der Stiftung mein Abitur absolvieren und mich auf ein Studium vorbereiten würde, und zwar im Fach Erziehungswissenschaften. Denn auch ich möchte die Gesellschaft nachhaltig mitgestalten, so wie die Stiftung es tut und so wie ihr es tun werdet.

Das Stipendium war für uns alle eine Tür zu einer Zukunft, die wir uns nicht hätten vorstellen können.

Wir konnten nicht ahnen, dass auch nach dem Ende des Stipendiums die Verbindung zur Stiftung bestehen bleiben würde. Meine Eltern haben durch das Stipendium neue Freundschaften geschlossen, die bis heute halten. Meine Mama hat erst vor kurzem mit einer ihrer Diesterweg-Freundinnen telefoniert, und sie haben sich darüber totgelacht, dass ich vor 9 Jahren am Felsenmeer ausgerutscht bin. Unglaublich.

Aber auch ich treffe regelmäßig Freunde aus dem Stipendium, denn wir sind alle noch auf die eine oder andere Weise in der Stiftung aktiv und mit ihr verbunden. Inzwischen bin ich sogar ehrenamtlich in der Stiftung tätig und durfte einige Kinder bereits als Kinderbetreuerin begleiten.  

Uns alle, meine Familie und viele ehemalige Stipendiaten hat die Stiftung über die Jahre hinweg mit vielen Programmen und Angeboten durch verschiedene Lebensphasen begleitet – sei es Diesterweg Plus, das Stadtteil-Botschafter-Projekt, das Kolleg für junge Talente oder Kolleg Plus.

Dieser Weg steht allen kommenden Generationen offen. Alle Familien, die ins Stipendium aufgenommen werden, möchte ich noch folgendes sagen: Ihr alle habt ein großes Potenzial, sonst würdet ihr nicht hier sitzen. Es ist egal, wo ihr herkommt und wie lange ihr schon hier seid. Ich bitte euch darum, euch dieses Potenzials und eurer Möglichkeiten bewusst zu werden und euch entsprechend zu entfalten.

Man wird Teil eines großen Netzwerkes, in dem so gut wie nichts unmöglich ist. Das ist ein großes Privileg. Hier ist man nicht allein. Nehmt an den Veranstaltungen teil, seid bereit und offen, habt den Mut, neue Wege zu gehen.

Kommt mit eurer ganzen Familie, denn es ist für jeden etwas dabei.

Ein kleiner Hinweis noch – ihr habt es sicherlich schon herausgehört: Auch wenn die Laufzeit des Stipendiums nur zwei Jahre beträgt, lasst euch nicht täuschen – auch aus dieser Familie kommt man nicht mehr heraus. Einmal Diesterweg, immer Diesterweg.

Vielen Dank.

Opernstudio Frankfurt

Thomas Stollberger

Stadt der Chancen. Das feiern wir. Mit diesem Slogan zum 20. Geburtstag der Stiftung Polytechnische Gesellschaft lässt sich die Förderung junger Opernsänger im Opernstudio der Oper Frankfurt, aber auch mein eigener Werdegang in Frankfurt ganz hervorragend beschreiben. 64 Nachwuchskünstler wurden bisher hier betreut und auf ihre Gesangskarriere vorbereitet und mehr als ein Drittel davon schaffte sogar den Sprung in das feste Ensemble der Oper Frankfurt. Alle sind sie mir irgendwie ans Herz gewachsen und unzählige verschiedene Wege haben wir gemeinsam beschritten. Was für eine Chance und was für ein Start ins Berufsleben – auch für mich!

In der Gründungsspielzeit des Opernstudios 2008/09 trat ich hier nach einem Studium als Musikwissenschaftler an der Oper Frankfurt meine erste (!) Stelle im Kulturbetrieb an. Schnell gab es die ersten Kontakte zur Stiftung und dann stand auch schon der erste Projektabschluss an. Mit einem Grinsen und leichtem Kopfschütteln erinnere ich mich heute daran, wie mich meine damalige Ansprechpartnerin in der Stiftung anrief: Ich hatte die Kostenabrechnung mit handschriftlichen Post-its beklebt und alle möglichen Erklärungen und Notizen beigefügt – wie man das eben an der Uni so macht. Diese freundliche Geduld, mit der sie mich auf diesen Fauxpas hingewiesen hat, habe ich in den folgenden Jahren stets von Seiten der Stiftung erfahren. Unterstützung und Förderung mit Verständnis gegenüber der Kunst, aber vor allem gegenüber den Menschen dahinter – dafür steht für mich der gemeinsame Weg mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch!

Thomas Stollberger, Leiter des Opernstudios der Oper Frankfurt

 

Digitechnikum 

Maxime Sorg

Beim letzten Treffen vor der Abschlussveranstaltung des Digitechnikums saß ich mit meinem Team vor dem Laptop und suchte fieberhaft ein fehlendes Semikolon. Nach einem Jahr intensiver Zusammenarbeit hatten wir viel erreicht – und lachten jetzt darüber, dass uns genau dieses eine Zeichen noch vom fertigen Code trennte.

Im Digitechnikum habe ich App- und Webseitenentwicklung mit Flutter und Dart gelernt, ergänzt durch Einheiten zu KI oder digitalen Lösungen im Klimaschutz. Diese Kompetenzen begleiten mich bis heute – fachlich, aber auch in meinem Blick auf politische und gesellschaftliche Fragen.

Besonders geprägt hat mich die Erfahrung, wie viel gute Zusammenarbeit bewirken kann. Unsere Mentor:innen waren weit mehr als technische Begleiter, und im Team entstanden Freundschaften, die bis heute bestehen.

Dass das Engagement bei der Stiftung nicht mit dem Projekt endet, erlebe ich als Alumna immer wieder – bei Frühlingsempfängen, Alumnitreffen oder politischen und kulturellen Angeboten. Die Stiftung erweitert persönliche Horizonte und schafft gleichzeitig gemeinschaftliche Räume zur aktiven Mitgestaltung.

Für mich bedeutet Teil der Stiftung zu sein, gemeinsam mit anderen an einem Frankfurt mitzuwirken, in dem demokratische und humanistische Werte im Alltag konkret umgesetzt werden.

Junges Forum Demokratie

Hendrik Weichel

Im Stipendium „Junges Forum Demokratie“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main im Jahr 2024 und 2025 hatte ich zusammen mit anderen Stipendiaten die Möglichkeit von Prof. Dr. Ulrike Ackermann und anderen Experten über Bewegungen in Gesellschaft und Politik zu besprechen und in das Leben und die Lebensrealität unserer Generation einzuordnen. In unseren gemeinsamen Diskussionen starteten wir oft mit sehr unterschiedlichen Sichtweisen. Doch weil wir uns die Zeit nahmen, einander ruhig zuzuhören und nachzufragen, rückten wir Schritt für Schritt zusammen und fanden einen gemeinsamen Nenner. Das hat mir gezeigt, wie viel man durch sachlichen Austausch erreichen kann.

In dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit, viel über zeitgenössische gesellschaftliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf unsere globale Gemeinschaft zu lernen. Eine zentrales Learning war für mich, dass Demokratie viel gesellschaftliche Arbeit erfordert und nur durch Diskurs und Bildung in allen Teilen der Gesellschaft erhalten werden kann.

Auch wenn ich mich schon immer sehr für Politik und Geschichte interessierte, verfolge ich, als Informatik Student, der sich üblicherweise mit Themen im Bereich der Künstlichen Intelligenz beschäftigt, eine andere Arbeitsweise als Politikwissenschaftler und Soziologen. Durch das Programm wurde mir bewusst, dass ich bisher wenig auf den Einfluss von Technologien auf gesellschaftliche Prozesse geschaut hatte. Besonders faszinierte mich der Zusammenhang zwischen dem Einfluss großer Sprachmodelle und den Auswirkungen dieser disruptiven Technologie auf alle Teile der Gesellschaft: Sie können Lernbarrieren senken und politische Bildung fördern, zugleich aber auch missbraucht werden, um falsche Informationen zu verbreiten.

Mir wurde dabei bewusst, wie eng alle Gesellschaften miteinander verbunden sind: Verändert sich in den USA etwas – etwa beim Umgang mit sozialen Medien oder bei neuen Protestformen – tauchen die gleichen Fragen nur wenig später in den Debatten der EU auf. Umgekehrt wirken Entscheidungen der EU, zum Beispiel zur KI-Regulierung, sofort zurück nach Kalifornien. Politische Entwicklungen lassen sich deshalb heute nur verstehen, wenn man diese Wechselwirkungen immer mitdenkt.

Das Programm hat mir geholfen, Problematiken in der Gesellschaft besser zu verstehen und die Zusammenhänge zwischen internationaler und nationaler Politik klarer zu erkennen. Außerdem gab es mir ein tieferes Verständnis dafür, weshalb Menschen mit anderen politischen Meinungen so denken, wie sie denken, und motivierte mich, auch diese Stimmen aktiver in den politischen Diskurs einzubeziehen. Das Stipendium hat mich darin außerdem bestärkt, diese Erkenntnisse in meine berufliche Laufbahn mitzunehmen: Ich will in meiner Arbeit mit KI nicht nur technische Lösungen entwickeln, sondern auch deren gesellschaftliche Folgen mitdenken, den internationalen Kontext berücksichtigen.

Herzlichen Glückwunsch zum 20. Geburtstag! Danke für Ihre Arbeit und dafür, dass ich ein Teil davon sein durfte. Ich wünsche der Stiftung weiterhin viel Erfolg und viele engagierte Teilnehmer.

Bürger-Akademie

Verena Hegenbarth

Madame Stiftung

Als ich die Stiftung kennenlernte, trug sie einen Anzug. Maßgeschneidert.

Passendes Hemd, Manschettenknöpfe.

Alles hat gepasst, das ist mir gleich aufgefallen.

Sie hatte viel Stil, wusste sich zu benehmen. Beste Umgangsformen.

Sie war gleichermaßen distinguiert wie offen und zugewandt.

Nicht, dass ich keine Umgangsformen beherrschte, angepasst an jeweilige Situationen - ich war daher keinesfalls verunsichert.

Aber ich hatte Respekt.

Ich war beeindruckt

… dass sie mit mir spricht.

Überrascht hat mich: Ihr Respekt!

Ihr Blick. Ihr Blick auf mich. Uns StipendiatInnen, all unsere ganzen mitgebrachten unterschiedlichsten Welten dahinter.

Uns, die Stadt-Gesellschaft.

Dieser Blick war nicht höflich-wertschätzend.

Sondern voll Interesse und Anerkennung, Fragen.

Mitdenkend, fördernd. Offen.

Suchend: für Möglichkeiten.

Die einer Weiterentwicklung - und Neuem, abseits von „Normal“.

Und auf den ersten Blick gar nicht maßgeschneidert-distinguiert.

Aber eben doch maßgeschneidert: für jede/n und für ein passendes Weiter unserer Ideen.

Ein Blick so, wie man es sich immer für gute Beziehungen wünschte!

Mögen ihr ihre großartigen MacherInnen im Haus, Ihre Ideen und... ihre gewachsenen Beziehungen erhalten bleiben, lang und kreativ.

Damit Madame selbst – in Gemeinschaft – an ihrer Idee, am Wir zu bauen, weiter wächst und sich entwickelt.

Und damit sie weiterhin Türöffnerin und Sprungbrett sein kann für all jene, die sich engagieren!

Bon anniversaire, Madame – vous êtes extraordinaire!