Die Frühlingssonne strahlt auf das Gelände des Jugendzirkus Zarakali, das man durch ein großes, buntes Flügeltor in Schmetterlingsflügelform betritt. Und was die Besucherinnen und Besucher dort erwartet, ist nicht weniger farbenfroh: Viele engagierte Menschen verwandeln das Zirkusgelände an diesem Tag in eine vielseitige Engagement-Erlebniswelt.
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft würdigt – passend zum "Jahr des Engagements" der Stadt Frankfurt – das zivilgesellschaftliche Engagement in und für Frankfurt: Aktuelle und ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten, deren Familien sowie Netzwerkpartner der Stiftung waren zu der Veranstaltung eingeladen worden, die an diesem Tag erstmals die Teilnehmenden aller Engagement-Programme der Stiftung an einem Ort versammelt.
"Wir heißen alle heute ganz herzlich willkommen hier auf dem Gelände des Jugendzirkus Zarakli zu unserer großen Community-Feier", freut sich Silja Flach, Mitarbeiterin der Stiftung, in ihrer Eröffnungsrede. "Wir machen uns für Community-Building stark, deshalb gibt es heute ein großes Fest für alle. Auf diese Weise wollen noch mehr in die Gemeinschaft investieren und einen Rahmen schaffen, in dem man diese auch spüren und hautnah erleben kann."
Rund 80 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus den Programmen "Stadtteil-Botschafter", "Bürger-Akademie", "Kolleg für junge Talente" und "Nachhaltigkeitspraktiker" geben im Anschluss an interaktiven Aktionsständen Einblicke in ihre Projekte und ihre ehrenamtliche Arbeit: In der Bürger-Akademie wird über zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt diskutiert. Die Stadtteil-Botschafter stellen ihre vielfältigen Projekte vor, darunter Räume für interkulturellen Austausch, Gemeinschaft durch Sport und Handarbeit. Die Nachhaltigkeitspraktiker haben einen CO₂-Selbsttest und persönliche Challenges im Gepäck ihrer Lastenradausstellung. Und das Kolleg für junge Talente bringt weitere kreative Perspektiven ein, etwa durch eine Kunstausstellung.
Gleichzeitig geht es an diesem Tag auch um Würdigung und Anerkennung – denn die aktuellen Programmgenerationen feiern den Abschluss ihrer Zeit in den Programmen der Stiftung und werden in der Manege des großen Zirkuszelts – unter lautem Applaus inklusive Urkundenübergabe – in das Alumni-Netzwerk der Stiftung aufgenommen. "Ich war vor langer Zeit auch mal Stadtteil-Botschafterin, und ich möchte mich bei der Stiftung dafür bedanken, dass ihr dieses tolle Projekt weiterhin durchführt – und bei allen anderen Stadtteil-Botschaftern dafür, dass ihr so viele Ideen und so viel Mut habt, euch für eure Stadt zu engagieren", so Suzanne Cadiou, die heute als Lehrerin arbeitet, auf der Bühne. "Eine Erkenntnis, die ich für mein Leben aus dem Projekt mitgenommen habe, ist: Ihr seid jetzt ein Netzwerk, ihr seid jetzt eine Gruppe von Expertinnen und Experten für bestimmte Themen, einen Stadtteil – oder die ganze Stadt. Egal, mit welchen Situationen euch das Leben noch konfrontieren wird: Ihr wisst, es gibt da Leute, die können euch vielleicht dabei helfen, mit eurem Thema weiterzukommen, mit ihren Ideen, Erfahrungen oder ihrem erweiterten Netzwerk."
»Egal, mit welchen Situationen euch das Leben noch konfrontieren wird: Ihr wisst, es gibt da Leute, die können euch vielleicht dabei helfen, mit eurem Thema weiterzukommen.«
Suzanne Cadiou
Alumna der Stiftung Polytechnische Gesellschaft
Persönliche Erfahrungen teilen und so gegenseitig voneinander profitieren: Genau dazu lädt an diesem Tag auch "die Speakers Corner" alle interessierten Engagierten ein: Warum ist Engagement so wertvoll? Wann wird es zur Herausforderung? Und was motiviert dazu, trotzdem weiterzumachen? Viele nutzen diese Gelegenheit. So bietet die Veranstaltung ihren Besucherinnen und Besuchern an diesem Tag – neben einer großen Auswahl an kulinarischen Angeboten und Kinderbetreuung – viel Raum für Gespräche, zuhören, diskutieren und sich inspirieren lassen.
Ihr Ziel wird am Ende des Tages eingelöst: Engagement wird in seiner ganzen Vielfalt erlebbar; die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten nicht nur eine verdiente Bühne für ihre Arbeit und können sich als Teil einer lebendigen, offenen und engagierten Frankfurter Zivilgesellschaft erleben – sie können sich in spannenden Gesprächen auch mit Gleichgesinnten vernetzen, dadurch die Kraft des bürgerschaftlichen Engagements verstärken und es noch weiter in die Stadt hineintragen.